Historie

Die Entwicklung des Vereins

1984 gab es auf der Grundlage der verbandlichen Leitziele erste Überlegungen, im damaligen alten Pfarrhaus der Gemeinde St. Lambertus an der Widumer Straße eine offene Jugendfreizeitstätte mit besonderem Schwerpunkt auf der Betreuung arbeitsloser Jugendlicher zu errichten. Aufgrund zu hoher Kosten und wegen des schlechten baulichen Zustands des alten Pfarrhauses kam dieses aber 1985 nicht mehr für eine entsprechende Nutzung in Frage. 1986 begannen die Pfadfinder mit der Renovierung der nach dem 2. Weltkrieg errichteten provisorischen Flachbauten, in denen heute das Marcel-Callo-Haus beheimatet ist. Das Trägerwerk, die Pfarrgemeinde St. Lambertus und der Solidarfonds des Erzbischöflichen Generalvikariats Paderborn teilten sich die Kosten. Ab 1987 gab es im „Arbeitslosenzentrum der Georgspfadfinder“ die unterschiedlichsten Projekte, Maßnahmen und Arbeitsschwerpunkte:

  • 1987: „Arbeiten und Lernen“-Maßnahmen für Jugendliche, gefördert durch das Arbeitsamt
  • 1989: Eröffnung des „Café im Arbeitslosenzentrum“
  • 1990: Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen (ABM) für schwerbehinderte Langzeitarbeitslose in der hauseigenen Holzwerkstatt mit verschiedenen Schwerpunkten unter Anleitung eines Schreinermeisters und mit fachlicher Begleitung durch Sozialpädagogen, Sozialarbeiter und Lehrer. Diese Maßnahmen fanden durchgängig bis 2005 statt. Sie erreichten 150 Jugendliche und junge Erwachsene.
  • Die Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen wurden in der Folge abgelöst durch sogenannte „Arbeitsgelegenheiten“, gefördert durch das Jobcenter.
  • Seit 1989 stand das Projekt „Naturnaher Garten“ mit einem Lehr- und Lernpfad im über 3000 Quadratmeter  großen Garten den Schulen, Kindertagesstätten und Besuchern des Hauses als Spiel-, Lern- und Begegnungsort zur Verfügung.
  • 23.05.1992: Die Einrichtung erhält den Namen „Marcel-Callo-Haus“. Der Namensgeber ist Marcel Callo, ein christlicher französischer Pfadfinder, Jugendarbeiter und Gegner des Nationalsozialismus, der 1945 im Alter von 24 Jahren im Konzentrationslager Mauthausen zu Tode kam. Er wurde 1987 seliggesprochen. Das Haus hat sich inzwischen zu einer öffentlich geförderten Kinder- und Jugendfreizeitstätte entwickelt.
  • ab 2007: Kooperation mit der „Grundschule am Grünen Weg“ im Bereich „Offene Ganztagsschule“ in den Räumen an der Widumer Straße 19

 Weitere jährliche oder fortlaufene Programme und Veranstaltungen:

  • Projektwochen in der Ferien
  • „Casterix“-Ferienprogramme
  • Selbstbehauptungskurse für Grundschulkinder
  • Afrikanische Trommelworkshops
  • Bambini“-Italienischkurse
  • „Kids WM“ in Zusammenarbeit mit den städtischen Jugendzentren (Team Jugendhilfe) und den Grundschulen in Castrop-Rauxel

Die Situation heute

Heute findet neben all den genannten Projekten, teilweise auch in Zusammenarbeit mit dem Jugendamt Castrop-Rauxel, eine Übermittagbetreuung von Grundschulkindern statt. Eine hauptamtliche Mitarbeiterin, ein hauptamtlicher Mitarbeiter, weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in zeitlich befristeten Teilzeitstellen, eine „Bürgerarbeitsstelle“ sowie etliche Honorarkräfte bilden das pädagogische Team. Das Marcel-Callo-Haus ist eine anerkannte Kinder-und Jugendfreizeitstätte, deren Bekanntheits- und Anerkennungsgrad in Castrop-Rauxel sehr hoch ist. Ein wesentlicher Schwerpunkt und eigentlicher Ursprung des Marcel-Callo-Hauses ist die verbandliche Jugendarbeit der Georgspfadfinder. Mit zurzeit ca. 70 Mitgliedern ist der Stamm St. Lambertus seit 1951 in der Gemeinde beheimatet. Ehrenamtliche Leitungskräfte mit entsprechender Ausbildung gestalten für die Kinder und Jugendlichen wöchentliche Gruppenstunden (Wölflinge, Jungpfadfinder, Pfadfinder, Rover), führen Wochenendfahrten durch und organisieren gemeinsame Freizeiten und Zeltlager. Verantwortlich ist hier die Leiterrunde, die sich in regelmäßigen Abständen zu den Vor- und Nachbereitungen trifft. Das Vorstandsteam (Vorsitzende, Vorsitzender, Kuratin) begleitet diese verbandliche Arbeit. Besonders für die jüngsten Mitglieder, die Wölflinge, gibt es lange Wartelisten. Interessierte neue erwachsene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die Freude daran haben, ehrenamtlich einen Teil ihrer Freizeit mit Kindern und Jugendlichen zu verbringen, sind immer herzlich willkommen. Sie werden durch das Leitungsteam eingearbeitet. „Pfadfinden ist Tun“ – dieser Ausspruch von Lord Robert Baden-Powell gilt nunmehr seit über 100 Jahren in der ganzen Welt und wird bei den Pfadfindern in Castrop und im Marcel-Callo-Haus eine ständige Herausforderung bleiben.