Castropia

Auf dem großen Gelände des ehemaligen Parkbads Süd in Castrop war in der ersten Ferienwoche viel los. Castropia, die Kinderspielstadt öffnete bei strahlendem Sonnenschein ihre Tore. Die Stadt wurde feierlich durch den Bürgermeister der Nachbarstadt Castrop-Rauxel, Herrn Johannes Beisenherz eröffnet.

Die Einwohner der Stadt bildeten 150 Jungen und Mädchen. Auf dem großen Parkbadgelände waren viele große Zelte aufgebaut, in denen die verschiedenen Betriebe der Stadt untergebracht waren.

Um Geld verdienen zu können, durfte sich jedes Kind einen Beruf in einem jeweiligen Betrieb aussuchen. Einmal beim Jobcenter in der Stadt angemeldet und schon ging es los!

In allen Betrieben herrschte sofort gute Stimmung. Die Firmenleiter, Mitarbeiter aus den verschiedenen Kinder- und Jugendzentren aus Castrop, hießen alle Kinder herzlich willkommen.

Obwohl für die Kinder Ferien waren, hatten alle Lust zu arbeiten. Die Währung der Stadt hieß Cassos und Tropis. Pro Stunde konnte man 10 Cassos verdienen. Damit die Betriebe, die von Steuern finanziert wurden auch Geld einnehmen konnten, wurden von den 10 Cassos Lohn 3 Cassos an Steuern abgezogen.

Zu diesen Betrieben zählten das Krankenhaus, die Müllabfuhr und das Jobcenter.

Damit die Kinder die Vielzahl der Berufe in einer Stadt kennen lernen konnten, durften sie auch in mehreren Unternehmen arbeiten.

Dazu zählten:

Krankenhaus: Im Krankenhaus wurde jeden Tag unter der Leitung der Kinder ein Fitnesscheck durchgeführt. Da es an manchen Tagen über 30 Grad warm war, wurde darauf geachtet, dass alle genug getrunken hatten und sich vor der Sonne geschützt hatten. Außerdem wurden kleine Wunden verarztet.

Kino: Im Kino lief unter anderem ein selbstgedrehter Film über die Stadt Castropia. Die Kinder haben eigenes Popcorn hergestellt, das Eintrittsgeld entgegen genommen und sich um die Filme gekümmert.

Bäckerei: In der Bäckerei wurden leckere Waffeln, Muffins, Kuchen und aufwändige Torten produziert. Diese Leckereien wurden später von den Kindern verkauft. Auch kleine Snacks, wie z.B. Fruchtspieße wurden an die Betriebe verteilt.

Eisdiele: Schon am ersten Tag war die Eisdiele das umsatzstärkste Unternehmen. Alle Kinder hatten bei den warmen Temperaturen Lust auf Eis. Wie in einer echten Eisdiele wurde das Eis im Hörnchen und im Becher von den Kindern verkauft. Es gab aber auch Wassereis aus dem eigenen Tiefkühlschrank. Auch eigene Smoothies mit leckeren Früchten und Milchshakes standen auf der Angebotskarte.

Kiosk: Das Kiosk-Team hat kleine Leckereien wie Crêpes und Erdbeerquark hergestellt. Als kleiner Snack wurden auch Schokocrossis aus Cornflakes produziert. Bei den heißen Temperaturen, die in Castropia herrschten, kam der kühle Erdbeerquark als Nachtisch besonders gut an.

Restaurant: Das Restaurant, die Küche und das Spülmobil arbeiteten zusammen. Morgens wurden die verschiedenen Gerichte für das Mittagessen im Küchenzelt zubereitet. Auch beim Kochen hatten die Kinder viel Spaß. Neben Gemüse- und Kartoffelsuppen gab es Pommes mit Currywurst, Spaghetti Bolognese, Bratwurst, u.v.m. Nach dem Mittagessen, das im Restaurant eingenommen wurde, musste das Geschirr im Spülwagen gespült werden. Da mit den Mitarbeitern fast 200 Menschen gegessen haben, hatte das Spülteam viel zu tun. Trotzdem war dies ein beliebter Job, weil es am Spülmobil angenehm kühl war.

Müllabfuhr: Mit eigenen Müllwagen war die Müllabfuhr gut ausgestattet, um die vielen Unternehmen besser erreichen zu können. Von der Müllabfuhr wurden Mülltonnen und Müllsäcke bereitgestellt. Diese mussten zu den Betrieben geliefert und auch wieder abgeholt werden. Auch die Straßen wurden sauber gehalten. Die Nachbarstadt Castrop schickte einen Müllwagen ihrer Müllabfuhr nach Castropia, den sich die Kinder angucken durften.

Gärtnerei: Die Gärtnerei war für die Gestaltung der Betriebe zuständig. Zusammen mit den tatkräftigen Mitarbeitern wurden Pflanzkörbe hergestellt und gestaltet, Blumen geliefert und einmal am Tag für einen Casso gegossen.

Jobcenter: An jedem Morgen mussten sich die Kinder beim Jobcenter melden. Anhand ihres Ausweises wurde festgestellt, dass sie auch Bewohner von Castropia waren. Jedem Kind wurde ein Job zugeteilt. Natürlich wurden die Wünsche der Kinder für ihre Berufswahl berücksichtigt.

Resisebüro: Das Reisebüro bot an jedem Tag verschiedene Ausflüge an, die man vorher bei einem Kind, das im Reisebüro arbeitete, reservieren konnte. Mit einem Shuttlebus wurden die Reisenden zum Freibad gefahren. Ein besonderer Ausflug war der zum im Ortsteil Pöppinghausen befindlichen Yachthafen. Dort nahmen die Kinder an einer Kanalrundfahrt auf einer kleinen Yacht teil. Sie durften sogar den Kapitän unterstützen und das Boot unter Aufsicht selbst steuern.

Friseur: Beim Friseur wurde Kopfschmuck hergestellt und anhand von Perücken das Haareschneiden geübt. Die Kinder wurden von einer ausgebildeten Friseurin angelernt.

Castro-Strom: Die Firma Castro-Strom war für die Stromversorgung der Stadt zuständig. Alle Geräte der Betriebe wurden aufgeschrieben und anhand der Kilowattzahl der Strompreis bestimmt.

Bank: Bei der Bank wurde die extra gedruckte Währung aufbewahrt und der Arbeitslohn ausgezahlt. Im Bankzelt wurde auch auf Diskretion geachtet. Sogar Sparbücher konnten angelegt werden. Da es in einer Bank immer viel Geld gibt, musste darauf geachtet werden, dass dieses nicht von Bankräubern entwendet wurde.

Zeitung: Das Redaktionsteam der Zeitung berichtete jeden Tag über das Geschehen in der Stadt. Wie jeder Betrieb in Castropia hatte auch die Zeitung einen Redaktionssitz, in dem die Reporter fleißig ihre Berichte für die „Castropia Daily News“ schrieben. Mit Kamera und Notizblock ausgestattet wurde unter anderem über die Reisen des Reisebüros, die Bürgermeisterwahl, einen Bankraub und über die Mitarbeiter in den Betrieben berichtet, die später in einer hochwertig gedruckten Zeitung erschienen. Die Tageszeitung konnte jeder Bewohner für drei Cassos erwerben.

Post: Mit der Post wurden wichtige Briefe verschickt. Die Mitarbeiter der Post verkauften Briefmarken, Postkarten und Briefumschläge. Aber auch die in der Stadt verteilten Briefkästen wurden von ihnen gelehrt und die Briefe an die Empfänger verteilt. Darunter waren Grußkarten, Rechnungen und Bestellungen.

Taxi: Für Güter- und Personentransporte war das Taxiunternehmen zuständig. Mit Bollerwagen und Funkgerät ausgestattet ging es los. Bei der Taxizentrale, aber auch bei den Fahrern konnten die Aufträge erteilt werden. Die Castropianer konnten sich z.B. mit dem Taxi vom Friseur zum Reisebüro fahren lassen. Mit dem Taxi wurden aber auch Materialien, wie z.B. Blumen transportiert.

Bürgermeisterin: Bereits am Nachmittag des zweiten Tages wurde die Bürgermeisterin der Stadt Castropia auf dem Rathausplatz vorgestellt. Diese wurde von den Einwohnern Castropias gewählt. Sie setzte sich knapp vor ihren Mitbewerbern durch. Bürgermeisterin oder Bürgermeister konnten nur Kinder werden. Alle Einwohner waren mit der Politik der neuen Bürgermeisterin, ihrem Stellvertreter und dem Stadtrat sehr zufrieden. Trotz der Steuersenkung, die die Bürgermeisterin veranlasst hatte, war die Stadt sehr gut aufgestellt.

Auch der Bürgermeister der Nachbarstadt Castrop-Rauxel, Herr Beisenherz war mit seiner Amtskollegin sehr zufrieden. Mit einer Führung durch Castropia wurde die Partnerschaft besiegelt.

 

 

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Fotos: U. Müller